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Wer nicht fragt...

08.04.2020

Interview mit Tine Nell, Autorin des Romans „Insta Love – Nur perfekt ist gut genug“

Autorin Nine Tell
© Archiv Autorin / Piper Verlag 

Die Bibliothek Neunkirchen und die Buchhandlung Braun (Neunkirchen) organisieren regelmäßig gemeinsam Lesungen, die eine hautnahe Begegnung mit Autorinnen und Autoren aus der Region ermöglichen. Solche Abende bleiben anders als Mediathek-Streams oder TV-Wiederholungen im wahrsten Sinne des Wortes einmalig.

Ein Lesungstermin für Mai war bereits in Vorbereitung. Dieses Mal war die Siegener Autorin Tine Nell eingeladen, die ihren neu erschienenen Roman „Insta Love“, der im März im Piper-Verlag erschien, in Neunkirchen live vorstellen wollte. Doch durch die aktuell erforderlichen Hygiene-Einschränkungen kann dieses Vorhaben zurzeit natürlich nicht umgesetzt werden. Doch „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, und für die Wartezeit haben sich die Gastgeber etwas anderes einfallen lassen: das folgende Interview.

Welche Bücher haben Sie als Kind oder Jugendliche gern gelesen? Wer waren die „Helden“ Ihrer Kindheit/Jugend?

Als Kind mochte ich „Pippi Langstrumpf“, „Ronja Räubertochter“ und „Die unendliche Geschichte“. Als Teenager habe ich mir in der Bücherei „Freche Mädchenbücher“ ausgeliehen und verschlungen. Später war Cecilia Ahern meine Lieblingsautorin. Ich mochte schon immer ruhige Geschichten, in denen es nicht zu viel Drama gibt – die Liebe und Freundschaft im Fokus. Mit der „Biss“-Reihe von Stephenie Meyer begann dann meine Liebe zum Schreiben.

Welches Buch lesen Sie selbst zurzeit oder welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? Haben Sie einen Lieblingsautoren / ein Lieblingsgenre?

Ich lese und schreibe am liebsten im New-Adult Genre, meine Lieblingsautorin ist neben J. Lynn, die deutsche Autorin Mona Kasten. Ich liebe ihre Geschichten und die Art, wie sie schreibt. Momentan lese ich den fünften Band der Again-Reihe und bin wieder einmal begeistert. Colleen Hoover mag ich auch sehr. Ihr Buch „Was perfekt war“, welches im Bold Verlag erschienen ist, zählt zu meinen Highlights.

Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Ich schreibe an meinem Schreibtisch, direkt vor einem Fenster und einer Heizung. Perfekt, oder!? Bedingt durch meine Kinder, habe ich vormittags ein festes Zeitfenster zum Schreiben, bis ich sie von Schule und Kindergarten wieder abhole. Müsste ich nicht am nächsten Tag früh aufstehen, würde ich viel mehr nachts schreiben. Zu dieser Zeit bin ich meist kreativer und habe die nötige Ruhe.

Welcher Gegenstand darf beim Schreiben auf Ihrem Schreibtisch nicht fehlen?

Meine Kopfhörer, da ich immer mit Musik schreibe. Zu jedem Projekt erstelle ich mir eine eigene Playlist auf Spotify, die ich während des Schreibens rauf und runter höre. Jede Geschichte hat eine ganz eigene Stimmung, ein Setting zu dem die einzelnen Musikstücke passen. Außerdem brauche ich immer etwas zu Trinken. Am liebsten eine große Tasse schwarzen oder grünen Tee.

Wann und womit haben Sie angefangen zu schreiben?

Als Kind habe ich kleine Hausaufgabenhefte mit kurzen Gedichten und Gedanken gefüllt. Meinen ersten Roman, eine Romantasy-Story, beendete ich mit Mitte zwanzig, nachdem ich voller Begeisterung das erste Buch der Biss-Reihe gelesen hatte. Stilistisch ist sie zwar ein Graus und müsste ordentlich überarbeitet werden, aber die Geschichte mag ich nach wie vor sehr gerne.

Gibt es reale Personen, die Sie in Ihre Geschichten einziehen lassen?

Nicht eins zu eins und auch nicht wirklich bewusst. Bestimmte Eigenschaften, Charakterzüge oder das äußere Erscheinungsbild gewisser Personen aus dem echten Leben fließen aber schon ab und zu mit ein.
Bei Insta Love hat mich tatsächlich ein Promi-Pärchen inspiriert, die ihre Trennung über das Netz ausgetragen haben.

Wie ist das Buchcover von „Insta Love“ entstanden?

Eine Bekannte von mir ist Coverdesignerin und durfte für den Piper Verlag eine Coveridee für das Buch vorstellen. Nach ein paar kleinen Änderungen waren alle begeistert. Ich bin immer noch ganz verliebt in die Umsetzung. Es passt so perfekt zu der Geschichte und dem Genre.

Wer waren Ihre ersten Probeleser für ihr Buch?

Eine gute Freundin, die selber schreibt und kein Blatt vor den Mund nimmt und eine ganz liebe Bloggerin und Autorin, die ich im Laufe der Zeit kennenlernen durfte. Überhaupt habe ich die letzten Jahre viele tolle Autorinnen und Autoren kennengelernt, mit denen man sich über das Schreiben austauschen kann.

Dürfen wir schon erfahren, ob es ein weiteres Buch von Ihnen geben wird und worum es darin geht?

Zurzeit schreibe ich an einer New-Adult Reihe. Die Rohfassung der ersten Geschichte werde ich in den nächsten Tagen beenden. Viel kann ich noch nicht verraten, aber das Thema Selbstbestimmtheit, Abgrenzung, Familie und Liebe werden eine große Rolle spielen.

Sprache ist das Lebenselixier in der Welt der Bücher. Auch beim Musikhören konsumiert man Texte. Welches war Ihre erste Schallplatte/CD?

Oh je, das ist peinlich. Meine erste CD war die Single „Baby One more Time“ von Britney Spears. Mein erstes Album war von den Spice Girls. Meine Freundinnen und ich waren damals große Fans. 😊

Mit welcher literarischen Figur würden Sie selbst gern mal ein Interview führen?

Ich glaube mit „Pippi Langstrumpf“. Ich war als Kind eher zurückhaltend und hatte wenig Selbstbewusstsein. Mich würde ihre Antwort auf die Frage interessieren, wie sie es schafft, trotz Schicksalsschlägen und einem Leben so ganz allein, stark und selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

Mit welcher realen prominenten Person (aus Vergangenheit oder Gegenwart) würden Sie selbst gern mal ein Interview führen?

Mit Heath Ledger. „10 Dinge, die ich an dir hasse“ war in meiner Jugend einer meiner Lieblingsfilme, an den ich oft zurückdenke. Heath war ein großartiger Schauspieler. Außerdem Reese Witherspoon. Ich habe „Eiskalte Engel“ unzählige Male angesehen und war hin und weg, als ich erfahren habe, dass sich die Hauptdarsteller bei den Dreharbeiten verliebt hatten und später sogar heirateten und Kinder bekamen. Okay, die Ehe ist mittlerweile gescheitert, aber romantisch ist es trotzdem. 😊

Mit welchem Motto oder welchem Ritual motivieren Sie sich?

Mich motivieren gute Bücher, Geschichten, die mich mitreißen und in eine andere Welt entführen, Seiten, die nur so dahinfliegen und man das Ende extra hinauszögert, weil man das Buch eigentlich noch nicht beenden will. Denn genau solche Bücher möchte ich selber schreiben.

Tine Nell ist natürlich bei Instagram zu finden. Das Interview führten Denise Meckel (Bibliothek Neunkirchen) und Claudia Günther (Buchhandlung Braun, Neunkirchen).

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