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Social Media statt Social Distance

20.05.2020

Corona sorgt nicht überall für Stillstand

Sozial Media statt Social Distance

Vor einem Jahr war es ein Wasserschaden, der die Arbeit im Jugendtreff auf den Kopf stellte, und nun Corona. Wieder alles anders als gewohnt. Es gilt kreativ zu werden und sich trotz allem zu begegnen.

Kontaktsperren, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen – für fast alle Berufsgruppen haben diese Vorgaben massive Konsequenzen. Auch Christian Götz, Leiter des Jungendtreffs Neunkirchen, ist davon betroffen. Schließlich – der Name sagt es schon – ist ein Jugendtreff ohne die Möglichkeit sich zu treffen, kein Jugendtreff. Oder etwa doch? Christian Götz setzt in diesen Zeiten aufs Internet. Und das sehr erfolgreich!

„Dank Social Media bin ich nach wie vor mit den Jugendlichen in Kontakt“, erklärt Götz, der vom Quiz bis zur Online-Party eine ganze Reihe verschiedener Events für die 14- bis 20-Jährigen organisiert hat, die unter normalen Umständen regelmäßig im Bonifatiusweg 12 reden, spielen, Musik hören oder gemeinsam kochen. Selbst die Renovierungsarbeiten im Gruppenraum des Jugendtreffs wurden via Instagram abgestimmt. „Die Jugendlichen wurden über die Neugestaltung informiert, konnten sich die Farben für die Wände aussuchen und haben den Gestaltungsprozess über Social-Media miterlebt.“ Eine moderne und aktuell notwendige Möglichkeit, um am Geschehen teilzuhaben.

Auch die Absage der geplante Gedenkstättenfahrt nach Hamburg, die in Kooperation mit der CAJ-Jugendförderung Burbach und dem Kreisjugendring in der Woche vor Ostern hätte stattfinden sollen, schreckte die Organisatoren nicht: Gemeinsam mit seinem Burbacher Pendant Jana Schlosser stellte Christian Götz Videos von Gedenkstätten, virtuelle Stadtrundgänge, Live-Chats und Mitmachaktionen ins Netz. Die Reaktion war enorm: Nicht nur das Gros der Jugendlichen, die sich für die Fahrt angemeldet hatten, verfolgte das Online-Angebot. Auch darüber hinaus fanden die jugendgerecht aufgearbeiteten Infos das Interesse vieler Mediennutzer. Sie erhielten so zumindest einen kleinen Eindruck dessen, was sie in der Hansestadt erlebt hätten.

Um mit den Jugendlichen, die unter normalen Umständen in den Jugendtreff kommen, in Kontakt zu bleiben und ihn über die Corona-Zeit aufrecht zu erhalten, sieht Götz in den sozialen Medien ideale Instrumente. Er nutzt Instagram, um Kreativwettbewerbe zu initiieren und auf interessante Events hinzuweisen. Für ein anstehendes Projekt, bei dem Stromkästen farbenfroh gestaltet werden sollen, hat der Jugendtreff-Leiter über „das Netz“ bereits fleißig die Werbetrommel gerührt. „Einige Jugendliche stehen schon in den Startlöchern und warten darauf endlich lossprayen zu können.“ Und selbst auf den Cookingdonnerstag, der im Jugendtreff viele Fans hatte, wird nach wie vor mit einem Rezept zum Nachkochen hingewiesen. Die Zahl der Aufrufe lässt erahnen, dass mancher Jugendliche jetzt zu Hause den Kochlöffel schwingt (und Fotos der Kochkünste an den Jugendpfleger schickt).

„Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen in mir einen Ansprechpartner haben. Das gilt auch in dieser Zeit, in der sich ihre Lebensumstände massiv verändert haben. So konnte ich während der Schließung des Jugendtreffs nicht nur bei Schulaufgaben unterstützen, sondern auch weiter mit einem offenen Ohr für die Jugendlichen ansprechbar sein“, erklärt Götz. Doch wenn der Jugendtreff seine Pforten unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygienemaßnahmen bald wieder öffnen kann, wäre dem 27-Jährigen am liebsten. Denn trotz aller Vorteile, die die neuen Medien bieten: Ein Live-Kontakt ist durch nichts zu ersetzen.

Neunkirchen ist mobil!